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Geschichtliche Prominenz im Siebenmühlental

Geschichtliche Prominenz

Michael Ott von Echterdingen um 1479 – 1532

Michael Ott, dessen Herkunft leider noch weitgehend im Dunkeln liegt, machte zu Beginn des 16. Jahrhunderts in österreichischen Diensten Kariere: Unter den Kaisern Maximilian I., Ferdinand und Karl V. kam er als Oberster Feldzeugmeister und kaiserlicher Rat zu hohen Ehren. Ott war außerdem „der erst moderne Artillerist der deutschen Geschichte“ (Prof. Decker-Hauff). Er machte viele Schlachten des kaiserlichen Heeres mit und war an seinen Erfolgen maßgeblich beteiligt (z.B. 1524/25 gegen Frankreich, 1526 gegen die Türken in Wien). 1519 nahm Ott als Feldzeugmeister des Schwäbischen Bundes am Feldzug gegen Herzog Ulrich von Württemberg teil. Herzog Ulrich wurde geschlagen und Württemberg kam für 14 Jahr4e unter österreichische Herrschaft. Am Bauernkrieg im Jahre 1525 war Ott in gleicher Funktion ebenfalls beteiligt. Im Frühjahr 1532 verstarb der schwer gichtkranke Michael Ott von Echterdingen im Wildbad, wo er Heilung gesucht hatte.










 

Philipp Matthäus Hahn   um 1739 – 179O 

Berühmter Bürger Echterdingens ist der Pfarrer Tüftler Philipp Matthäus Hahn. Er wurde 1739 als Sohn eines evangelischen Pfarrers in Scharnhausen, ein paar Kilometer weiter östlich auf den Fildern geboren. Er wuchs im Spannungsfeld einer neuen, mit den Naturwissenschaften spekulativ verbundenen Theologie auf und fühlte sich zum Pfarramt berufen. Auf der anderen Seite studierte er schon von Jugend an intensiv die verschiedensten Naturphänomene und interessierte sich besonders für astronomische und mechanische Probleme. So wurde er zu einer Persönlichkeit, die durch ihr Wirken nicht nur die zeitgenössische Theologie und den württembergischen Pietismus prägte, sondern auch für die praktische Anwendung naturwissenschaftlicher Erkenntnisse zukunftsweisende Impulse gab. Er widmete sich in seinen Pfarrstellen in Onstmettingen,, Kornwestheim – wo ihn sogar Goethe besuchte  - und Echterdingen der Konstruktion und dem Bau von Waagen, Rechenmaschinen, Taschen-, Groß- sowie Sonnenuhren und Planetarien.

Hahns Arbeit im technisch-wissenschaftlichen Bereich würde man heute wohl als die eines Ingenieurs bezeichnen. Sie stand nach seinem eigenen Selbstverständnis hinter der seelsorgerischen Tätigkeit, aus der mehr als ein halbes Dutzend theologischer Bücher hervorgingen, darunter eine Bibelübersetzung und ein Predigtbuch. Von 1781 bis zu seinem Tod im Jahre 179O lebte und arbeitete Hahn als Pfarrer in Echterdingen.

Im Pfarrhaus befand sich eine Werkstatt, in der seine Söhne und Gesellen hauptsächlich technisch verbesserte Taschenuhren herstellten, die auch überregional verkauft wurden.

Graf Zeppelin – „Der Tag von Echterdingen“  

In Echterdingen wurde vor über 9O Jahren Luftfahrtgeschichte geschrieben: In den frühen Morgenstunden des 5. August 19O8 tauchte der „Zeppelin“ über den Dächern Echterdingens auf. Das 135 Meter lange Luftschiff des legendären Grafen Ferdinand von Zeppelin (1838-1917) befand sich auf einer 24-stündigen Dauererprobungsfahrt, um seine Tauglichkeit unter Beweis zu stellen. Der finanziell angeschlagene Graf wollte damit die  Weiterführung seines Projektes sicherstellen. Wo immer der „Eroberer der Lüfte“ auftauchte, war er die Sensation: Deutschland war im Zeppelin-Fieber. Wegen eines Motorschadens musste man 5 Minuten hinter Echterdingen notlanden.

Von Stuttgart wurden sofort zwei Kompanien Soldaten des Grenadier-Regiments  „Königin Olga“ sowie Dragoner herbeigeordert, zum Halten des Luftschiffs und Absperren vor den zahlreich herbeigeeilten Neugierigen. Aus der Residenz Stuttgart wurden Reporter im Automobil an den Schauplatz auf den Fildern entsandt, Extrameldungen überschlugen sich und machten Echterdingen in aller Welt bekannt. Graf Zeppelin logiert im  „Hirsch“ während man auf Monteure aus den nahe gelegenen Daimler-Werken und auf Ersatzgas wartete. Alles war in Volksfeststimmung.

Über 5O.OOO Schaulustige bestaunten die „LZ 4“. Am Nachmittag erfasste plötzlich eine Sturmbö das Luftschiff, riss es aus der Verankerung und trieb es gegen eine Allee von Apfelbäumen. Eine Stichflamme schlug aus dem Inneren und in wenigen Sekunden verbrannte der mit 15.2OO Kubikmeter Wasserstoff gefüllte Ballon vor den Augen der entsetzten Menge. Übrig blieben nur rauchende Gerippetrümmer. Graf Zeppelin schien am Ende, der Traum vom Fliegen ausgeträumt..

Die Kunde von dem Unglück verbreitete sich über Telegraf und Telefone in die ganze Welt. Doch die Katastrophe sollte zum Glücksfall für die Luftschifffahrt werden: Das Schicksal des von Rückschlägen geplagte, aber niemals aufgebenden Grafen rührte die Nation. Noch am Wrack wurde dem Grafen Mut zugesprochen und für ihn gesammelt.

Echterdingen wurde Ausgangspunkt einer gigantischen Spendenaktion des deutschen Volkes. Sie erbrachte mehr als sechs Millionen Mark und ermöglichte Graf Zeppelin die Fortsetzung seines Werkes auf sicherer finanzieller Grundlage.

Der Zeppelin-Konzern in Friedrichshafen entstand. Der Zeppelin-Luftschiffbau erfuhr einen ungeheuren Aufschwung und sollte bald die Kontinente miteinander verbinden.

Heute ist die Luftschifffahrt, insbesondere durch die Neuentwicklung des Friedsrichshafener Zeppelin  NT, der im September 1997 seinen Jungfernflug erfolgreich absolvierte, wieder in aller Munde.

Der 5. August 19O8ging als „Der Tag von Echterdingen“ in die Geschichte ein.

Die Echterdinger  widmeten dem Ereignis später ein Ehrenmal, den Zeppelinstein -  ein 3OO Zentner schwerer Sandsteinblock auf einem Feld bei  Echterdingen.

Quelle

 

 

 

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