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Philipp Matthäus Hahn um 1739 – 179O
Berühmter Bürger Echterdingens ist der Pfarrer
Tüftler Philipp Matthäus Hahn. Er wurde 1739 als Sohn eines evangelischen
Pfarrers in Scharnhausen, ein paar Kilometer weiter östlich auf den Fildern
geboren. Er wuchs im Spannungsfeld einer neuen, mit den Naturwissenschaften
spekulativ verbundenen Theologie auf und fühlte sich zum Pfarramt berufen.
Auf der anderen Seite studierte er schon von Jugend an intensiv die
verschiedensten Naturphänomene und interessierte sich besonders für
astronomische und mechanische Probleme. So wurde er zu einer Persönlichkeit,
die durch ihr Wirken nicht nur die zeitgenössische Theologie und den
württembergischen Pietismus prägte, sondern auch für die praktische
Anwendung naturwissenschaftlicher Erkenntnisse zukunftsweisende Impulse gab.
Er widmete sich in seinen Pfarrstellen in Onstmettingen,, Kornwestheim – wo
ihn sogar Goethe besuchte - und Echterdingen der Konstruktion und dem
Bau von Waagen, Rechenmaschinen, Taschen-, Groß- sowie Sonnenuhren und
Planetarien.
Hahns Arbeit im technisch-wissenschaftlichen Bereich
würde man heute wohl als die eines Ingenieurs bezeichnen. Sie stand nach
seinem eigenen Selbstverständnis hinter der seelsorgerischen Tätigkeit, aus
der mehr als ein halbes Dutzend theologischer Bücher hervorgingen, darunter
eine Bibelübersetzung und ein Predigtbuch. Von 1781 bis zu seinem Tod im
Jahre 179O lebte und arbeitete Hahn als Pfarrer in Echterdingen.
Im Pfarrhaus befand sich eine Werkstatt, in der seine
Söhne und Gesellen hauptsächlich technisch verbesserte Taschenuhren
herstellten, die auch überregional verkauft wurden.
Graf Zeppelin – „Der Tag von Echterdingen“
In Echterdingen wurde vor über 9O Jahren
Luftfahrtgeschichte geschrieben: In den frühen Morgenstunden des 5. August
19O8 tauchte der „Zeppelin“ über den Dächern Echterdingens auf. Das 135
Meter lange Luftschiff des legendären Grafen Ferdinand von Zeppelin
(1838-1917) befand sich auf einer 24-stündigen Dauererprobungsfahrt, um
seine Tauglichkeit unter Beweis zu stellen. Der finanziell angeschlagene
Graf wollte damit die Weiterführung seines Projektes sicherstellen. Wo
immer der „Eroberer der Lüfte“ auftauchte, war er die Sensation: Deutschland
war im Zeppelin-Fieber. Wegen eines Motorschadens musste man 5 Minuten
hinter Echterdingen notlanden.
Von Stuttgart wurden sofort zwei Kompanien Soldaten des
Grenadier-Regiments „Königin Olga“ sowie Dragoner herbeigeordert, zum
Halten des Luftschiffs und Absperren vor den zahlreich herbeigeeilten
Neugierigen. Aus der Residenz Stuttgart wurden Reporter im Automobil an den
Schauplatz auf den Fildern entsandt, Extrameldungen überschlugen sich und
machten Echterdingen in aller Welt bekannt. Graf Zeppelin logiert im
„Hirsch“ während man auf Monteure aus den nahe gelegenen Daimler-Werken und
auf Ersatzgas wartete. Alles war in Volksfeststimmung.
Über 5O.OOO Schaulustige bestaunten die „LZ 4“. Am
Nachmittag erfasste plötzlich eine Sturmbö das Luftschiff, riss es aus der
Verankerung und trieb es gegen eine Allee von Apfelbäumen. Eine Stichflamme
schlug aus dem Inneren und in wenigen Sekunden verbrannte der mit 15.2OO
Kubikmeter Wasserstoff gefüllte Ballon vor den Augen der entsetzten Menge.
Übrig blieben nur rauchende Gerippetrümmer. Graf Zeppelin schien am Ende,
der Traum vom Fliegen ausgeträumt..
Die Kunde von dem Unglück verbreitete sich über
Telegraf und Telefone in die ganze Welt. Doch die Katastrophe sollte zum
Glücksfall für die Luftschifffahrt werden: Das Schicksal des von
Rückschlägen geplagte, aber niemals aufgebenden Grafen rührte die Nation.
Noch am Wrack wurde dem Grafen Mut zugesprochen und für ihn gesammelt.
Echterdingen wurde Ausgangspunkt einer gigantischen
Spendenaktion des deutschen Volkes. Sie erbrachte mehr als sechs Millionen
Mark und ermöglichte Graf Zeppelin die Fortsetzung seines Werkes auf
sicherer finanzieller Grundlage.
Der Zeppelin-Konzern in Friedrichshafen entstand. Der
Zeppelin-Luftschiffbau erfuhr einen ungeheuren Aufschwung und sollte bald
die Kontinente miteinander verbinden.
Heute ist die Luftschifffahrt, insbesondere durch die
Neuentwicklung des Friedsrichshafener Zeppelin NT, der im September
1997 seinen Jungfernflug erfolgreich absolvierte, wieder in aller Munde.
Der 5. August 19O8ging als „Der Tag von Echterdingen“
in die Geschichte ein.
Die Echterdinger widmeten dem Ereignis später ein
Ehrenmal, den Zeppelinstein - ein 3OO Zentner schwerer Sandsteinblock
auf einem Feld bei Echterdingen.
Quelle
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